Product Placement im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Jun 6th, 2005 | By | Category: Medien, Verbraucher

Product-Placement, also das gezielte Platzieren eines Markenartikels z.B. in Filmen oder TV-Produktionen, kennt man aus dem US-amerikanischen Film- und Fernsehgeschäft ja schon lange. Ich weiß zwar nicht genau ob es stimmt, aber schon in den 80ern wurde immer behauptet, in »Dallas« wären Szenen mit Autos mehrfach gedreht worden um dann – je nach Sender-Land – gezielt ausgestrahlt zu werden. Ergo: J.R. im Lincoln oder Chrysler im US-TV, im Mercedes Benz (oder Pam im Porsche) im deutschen TV.

Jetzt steht die ARD in der Kritik, Product Placement im massiven Stil betrieben zu haben. Konkret lauten die Vorwürfe auf ‘versteckte Werbung für Produkte, Dienstleistungen und Themen’ (medienrauschen mit Verweis auf einen Artikel in der FAZ).

Was nun aber ist so schlimm am Product Placement? Ist doch prima, wenn die Öffentlich-Rechtlichen sich um ein paar Einnahmen kümmern, damit die “gesetzlichen Rundfunkgebühren” (Anm 24.08.2007: “GEZ-Gebühr” darf man nun nicht mehr dazu sagen!) nicht noch höher werden!?
Das Problem ist das Gleiche wie bei W.erbeanzeigen im Internet, die nicht als solche ausreichend gekennzeichnet sind. Der Leser/Zuschauer nimmt die Werbung irrtümlich als redaktionellen Inhalt wahr oder – was noch schlimmer ist – wird sogar gezielt manipuliert. Das Vertrauen, dass man in das redaktionelle Angebot (und damit den Journalismus an sich!) oder den TV-Sender hat wird ausgenutzt und zu Werbezwecken missbraucht. Und das wiegt beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen natürlich doppelt schwer.

Medienblog Medienrauschen
Massives Product Placement in der ARD
http://www.medienrauschen.de/archiv/2005/06/02/massives-product-placement-in-der-ard/

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Ich glaub, das war's.