Fahrrad geklaut

Jun 23rd, 2005 | By | Category: Freizeit, Gesellschaft

Mein Fahrrad wurde gestohlen – und ich bin richtig sauer.

Es war kein High-Tec-Wunderwerk, es war nur ein solides Trecking-Rad, noch nicht einmal ein Jahr alt. Mein Familie hatte letztes Jahr zu meinem Geburtstag zusammengelegt. Ich bin dann losgezogen und habe mir das Radel ausgesucht, bin Probe gefahren und dann war es meins – bis gestern.

Ich will es nicht dramatisieren, es ist ja nur ein Fahrrad und sowas wird angeblich andauernd gestohlen. Aber dieses Gefühl, dass einem Unrecht widerfahren ist, ist schlimmer als der rein materielle Schaden. Alles was ersetzbar ist, ist – bei Verlust – keine Tragödie. Und dennoch: Es macht mich richtig sauer und ich erahne gerade (ein ganz klein bisschen, und das ist ein furchtbarer Gedanke) wie es ist, wenn man größeres Unrecht erleben muss. Es sind so diese Momente, in denen man die Welt so richtig Sch*** findet. Man trüb über seinem Kaffee sitzt und sich denkt: Sch*** Welt. Warum geht jemand in den Innenhof eines Bürogebäudes, nimmt sich einen Bolzenschneider mit und stiehlt jemanden anderes sein Fahrrad? Wahrscheinlich stand einer Schmiere. Und dann vertickert man es irgendwo für einen 50er, vielleicht um sich dafür seine Dosis Drogen für den Abend zu kaufen.
Dass es eigentlich mir gehört, dass ich es mir ausgesucht habe, dass ich damit gern gefahren bin, dass hat der- oder diejenige einfach nicht interessiert – und das ist einfach nicht ok.

Was macht man bei Fahrrad-Diebstahl? Oder auch: Was hätte man besser vorher getan?
Erstmal die Polizei rufen. Die kommen auch mit einer Streife, sind darüber aber nicht sonderlich glücklich, weil sie die Sache eigentlich nur am Revier richtig aufnehmen können (weil sie nicht die richtigen Formulare dabei haben). Also wenn man kann, dann besser direkt ins nächste Revier. Die Aufklärungsquote ist aber eh gen Null, vor allem wenn man keine Fahrgestellnummer hat, weil nur die – so sagt man mir – bei Kontrollen gelegentlich überprüft werden kann. Aber es ist/tut gut es anzuzeigen, auch wegen der Versicherung. Apropos Versicherung: Gut wäre gewesen, wenn man eine gehabt hätte. Und wenn ich danach erfahre, dass eine Zusatzversicherung zur Hausratversicherung ‘nur’ so ca. 3,00 Euro pro Monat kostet, beiße ich mir heute in den Hintern, keine gehabt zu haben. Aber ich komme ursprünglich aus einer Gegend, bei der man das Abschließen eines Fahrrads beim Einkaufen nicht wirklich als notwendig erachtet. Frankfurt ist ein anderes Pflaster, das durfte ich nun erleben.
Ergo: Am Besten Fahrrad versichern, Fahrgestellnummer notieren und ein fettes Schloß kaufen (alles was leicht und flexibel ist, ist für Diebe mit ihrem Bolzenschneider ein Witz). Ach ja, ich werde mein nächstes Rad auch polizeilich registrieren lassen.

Und was ich noch mache: Ich habe mir eine Suche bei eBay eingerichtet. Falls da irgendjemand mein Fahrrad einmal in den nächsten Wochen anbietet, kriege ich ihn. Und – und das nur ein Tipp von mir als Juristen: Diebstahl bewirkt keine Eigentumsveränderung. Wenn man also ein geklautes Fahrrad kauft und die Polizei oder der Vorbesitzer finden es dann – vielleicht auch per Zufall – wieder, dann geht das Fahrrad zurück. Der neue Besitzer guckt dann in die Röhre und kann versuchen sein Geld vom Dieb wiederzubekommen. Zudem kriegt er wahrscheinlich noch eine Anzeige wegen Hehlerei oder Beihilfe zur Hehlerei. Wer also gebrauchte Fahrräder aus unsicherer Herkunft kauft, die zudem noch neuwertig und deutlich unter Marktpreis angeboten werden, der muss damit rechnen, dass er Diebesgut kauft.

Tipps gegen Fahrrad-Diebstahl

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Ich glaub, das war's.