Weihnachten und eCommerce … das üben wir aber noch

Jan 16th, 2007 | By | Category: Netzwelt, Verbraucher, Wirtschaft

Ein subjektiver Konsumenten-Rückblick auf das Online-Weihnachtsgeschäft

So viel wie dieses Jahr haben wir noch nie online abgewickelt, was Geschenke und Weihnachts-Ausstattung angeht. Diesmal haben wir alle Register gezogen: Von klassischen Amazon-Bestellungen bis eBay-Auktionen, komplette Kalender mit eigenen Bilder bestückt und neue unbekannte Shops entdeckt. Abweichende Liefer- und Rechnungsanschriften, Zahlungsarten von Vorkasse bis Kreditkarte – alles mit dabei. Große Dinge, kleine Büchlein.

Und es ging so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte. Was nun nicht heißen soll, dass auch alles immer schief ging. Aber mir wird immer klarer, dass Probleme keine mystischen Ausnahmeerscheinungen sind, sondern mindestens die Regel. Zweifel daran zerstreute spätestens der Austausch der Erfahrungen mit den Kollegen zwischenzeitlich.

Vor allem Amazon Marketplace-Bestellungen haben mich extrem enttäuscht. Zwei Bestellungen von Dingen, die ich händeringend brauchte, gingen voll daneben. Und das mit echt üblen Erklärungen für meinen Geschmack. Beide Anbieter erklärten das Produkt nachträglich für nicht mehr lieferbar (ausverkauft), und das trotz Anzeige der Verfügbarkeit bei Kauf. Und einer lieferte tatsächlich auch noch diese Erklärung, die man sich zwar dachte, die man aber so gar nicht wissen will:

Da wir über mehrere Internetplattformen unsere Bücher anbieten, kann es passieren, dass mehrere Bestellungen für einen Titel gleichzeitig getätigt werden. Die Auslieferung erfolgt nach Bestelleingang. Leider besteht die Gefahr, dass der Titel für den letzten Besteller nicht mehr lieferbar ist.

Das ist rührig ehrlich, aber auch fatal in der Aussage. Denn: Nein! Es kann und darf eben nicht passieren! Denn die Anzeige der Verfügbarkeit ist nach meinem Empfinden spätestens mit Zusendung der Bestellbestätigung eine verbindliche Aussage.

Liefer- und Rechnungsadresse sind auch ne tolle Sache. Besonders nett: Wir bekamen eine Falschlieferung (richtiger Lieferschein, aber anderes Produkt im Karton) an die richtige Lieferadresse (da wo wir tatsächlich auch waren). Dort ließen wir es abholen und baten um dringende Nachlieferung bis zu einem bestimmten Termin, was auch zugesagt wurde. Am Abreisetag (das war der Termin) war natürlich nichts da. Zu Hause angekommen wartete das Päckchen auf uns (= Rechnungsadresse). Wenn alles falsch läuft, gleicht es sich manchmal aus und macht dann sogar Sinn.

Blöder ist es, wenn die Rechnung an die Lieferadresse geht, wie mir ein Kollege heute berichtete. Vor allem wenn es der Beschenkte ist, was bei ihm Gott sei Dank nicht der Fall war – peinlich genug war es allemal. Dafür lag bei einem Geschenk für meinen Kleinen kürzlich die Rechnung im Karton – so auch nicht geplant durch den Schenker…

Viele der erhaltenen Bestellungen waren dazu fehlerhaft. Kleinigkeiten, wie ein fehlender Aufhänger an einem Kalender, bis größere Ärgernisse, wie falsch genähtes Accessoire an Spielwaren oder komplett defekte Bauteile, falsche Schrauben sind da fast schon langweilig, genauso wie komplexe Korrekturen der beiliegenden ebenso komplexen Aufbauanleitung mit wirren perspektivischen Zeichnungen. Ach ja, Produkte sehen auch nicht unbedingt so aus wie auf Produktabbildungen. Da sind schon mal mehr Zwischenwände in der Kinderküche, dafür weniger Drehregler. Aber man will ja nicht kleinlich sein.

Um es abzurunden: Andere klagten das gleiche. Lieferzusagen, die erst nicht eingehalten wurden (wie die Druckerbestellung eines Kollegen), dann als nicht-lieferbar eingestuft, aber dann doch für Januar angekündigt werden – aber das nur “unter Vorbehalt” … alles natürlich nach Vorkasse … bis es dem Besteller endlich reichte und er alles stornierte, was aber als “derzeit nicht möglich” gekennzeichnet wurde … bis dass er dann dero zwei Geräte bei sich stehen hat. Beide übrigens als bezahlt auf dem Lieferschen markiert.

Kurzum: Man kann sich nicht darauf verlassen. Eigentlich sogar im Gegenteil: Man muss mit Problemen rechnen. Und das nicht nur im Weihnachtsgeschäft, eigentlich erlebe ich das das ganze Jahr. Weihnachten ist das nur aufgrund des Streßfaktors aller Beteiligten besonders offensichtlich und in allen Facetten en bloc zu erleben.

Tags: , ,

Dein Kommentar:

Leave Comment

* Kleingedrucktes:

Wichtiger Hinweis für Werbelink-Kommentierer: Kommentare, die ungefragt Werbung enthalten (ob im Kommentarfeld oder in der Link-Adresse), werden mit 200,- EUR netto je angefangener Monat in Rechnung gestellt. Als werblich gelten dabei auch Direktlinks auf Produkte, Kategorien oder sonstige Inhalte, die vermuten lassen, dass die Platzierung des Links nichts mit dem Autor persönlich zu tun haben und im Schwerpunkt werbliche Absichten verfolgen.

Als Reaktion auf die Entscheidung des LG Hamburg werden alle Kommentare unbekannter Kommentatoren vorab moderiert. Sollte der Kommentar auch nach einiger Zeit nicht angezeigt werden, dann ist er wohl auch noch im Spam gelandet. Bitte mir das per E-Mail melden oder sich irgendwo beschweren.

Kommentare dürfen nicht beleidigend sein, keine strafbaren Inhalten enthalten und auch kein fremdes Urheberrecht oder Persönlichkeitsrecht verletzen. Nutzer tragen die alleinige Verantwortung für die kommentierten Inhalte und stellen den Website-Betreiber von allen weitergehenden Ansprüchen frei. Wer kommentieren will, muss einen Nutzernamen und eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Der Website-Betreiber erlangt uneingeschränktes Nutzungsrecht an den eingereichten Beiträgen, die Kommentare können verschoben und dupliziert werden, ein Anspruch auf Löschung besteht nicht. Es ist darauf hinzuweisen, dass Kommentare auch von Suchmachinen erfasst werden.

Ich glaub, das war's.