Grimme Online Award 2007

Jun 19th, 2007 | By | Category: Bloggersdorf, Netzwelt

Egal wie man es dreht und wendet: … es bleibt ein Gschmäckle, keine Frage …

Was gut ist? Das man das auf der Seite eines Preisträgers lesen kann: Das Grimme-Online-Award-Debakel

»Das sah nicht gut aus.« … da hat Stefan Niggemeier recht. Wobei ich nicht in die Hetzparolen einstimmen mag, die dem Award jegliche Seriösität deswegen schon absprechen wollen. Aber die Ecken, aus denen das kommt, sind ja bekannt und man kann das einordnen.

Nun also auch noch die Vorveröffentlichung der Gewinner, zwei Tage vor dem offiziellen Termin und noch während die Publikumsabstimmung läuft (Quelle a.a.O.) … das hätte man dramaturgisch nicht besser hinbekommen können. Das sind eben Geschichten, die das Leben schreibt. Im Fußball sagt man: Da hat man schon kein Glück (oder “glückliches Händchen”), und dann kommt auch noch Pech (oder eben ein menschlicher oder technischer Fehler) dazu. Ander würden sagen: Hochmut kommt vor dem Fall, wenn man das ganze als Arroganz auslegen wollte.

Stefan Niggemeier und Mario Sixtus gönne ich persönlich aber den Award. Egal ob man nun ihren Stil oder sie selbst mag oder nicht, so ist doch unbestreitbar, dass ihr Engagement und ihre Auswirkung auf das junge Medium bedeutend und Award-würdig ist. Gerade bei dieser Award-Runde nun dabei zu sein, das tut mir fast für die beiden leid.

Verfolgt seit fast Anfang an habe ich auch das Tagesschau-Blog. Und so sehr ich das Blog und seine Bemühung in diesem schwierigen Spannungsfeld zwischen “was darf ich, was kann ich, was soll ich” schätze … einen Award, im Speziellen einen “Grimme Online Award” hätte ich nicht – nein besser: noch nicht – vergeben.

Ich kannte das von Autokiste damals. Am Anfang hagelte es fast Awards und Erwähnungen und Lobeshymnen. Eigentlich schon bevor man sich seine Meriten verdient hat.
Mir geht es da auch so mit dem Tagesschau-Blog. Laßt die doch erst mal ein paar Jahre werkeln und dann hätte man immer noch prämieren können. Aber das ist wohl das Problem unserer Gesellschaft. Ein junger Fußballer wird schon nach einer einzigen guten Saison zum Weltstar erklärt – und ein Blog nach ein paar Monaten guter Arbeit und Auseinandersetzung mit sich selbst zum Grimme Award gekürt. Da passt ins Bild, dass zunächst auch ein Online-Angebot nominiert war, dass noch nicht einmal gestartet wurde (Quelle a.a.O.).

Ich kenne da ein paar Blogs, die werkeln schon seit einigen Jahren vor sich hin und hätten sicher einmal einen Grimme-Online-Award verdient. Ich nenne da mal wirres.net oder auch den Shopblogger – nicht weil sie meine Lieblinge wären (ich bin bei beiden nicht einmal in der Blogroll und vice versa!), sondern weil ich das, was sie über Jahre hier in der Blogwelt an Anerkennung sich erarbeitet haben, auch selbst anerkenne. Aber vielleicht braucht das alles einfach noch seine Zeit.

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Ich glaub, das war's.