Was sind eigentlich brisante Blog-Einträge?
Dez 10th, 2007 | By Alexander | Category: Bloggersdorf, NetzweltEhrlich, ich hab keine Ahnung!
Warum ich das frage? Na weil unsere landgerichtliche Justiz der Auffassung ist, dass man bei brisanten Beiträgen rechtswidrige Beiträge Dritter (sprich: Kommentare) sozusagen provoziert und das dann auch vorhesehbar zum Schutz von irgendwem oder -was, der sich auch nur betroffen sehen mag, vorweg filtern muss (siehe auch hier oder hier in den Links). Muss nicht immer sein! Nur eben bei brisanten Einträgen. Geht so technisch nicht? Na dann … aber man soll nicht sagen, man sei nicht gewarnt worden. Vielleicht ist ja ein hysterischer Google-Gegner mal hier und feindet die an, nur weil ich mal was kritisches dazu äußere. Oder wenn es um Fussball geht sowieso … oh je … die sind doch alle immer so empfindlich. Und das Autofahrerthema … au weia … da ist doch immer gleich ne Beleidigung drin.
Hat da jemand das Thema “Deutschland ist bekannt dafür, den Täterschutz mehr zu gewichten als den Opferschutz” ins Spiel gebracht. Meine, weil die “brisanten Themen” ja oft deswegen brisant sind, weil darin brisantes offenbart wird, was bei manchen dazu führt, dass die Sicherung durchbrannt’. Wie im Ausgangsfall vielleicht. Wie sonst vermag sich das Gericht denn ein brisantes Thema vorstellen, außer dass es Dinge offenbart, die eben brisant (laut DUDEN: hochexplosiv, akut, brennend, drängend, heikel, hochaktuell, konfliktgeladen, konfliktträchtig, …) sind, also Dinge ansprechen, die für den Anlaßgeber nicht unbedingt erfreulich sind. Dass der Inhalt des brisanten Artikels dabei vielleicht nicht ganz von der Hand zu weisen ist (sonst stünde dem Betroffenen ja bereits ein breites Arsenal an Rechtsmitteln wie die allseits bekannte Abmahnung zur Verfügung), ist hierbei also auszublenden bzw. nicht entscheidend zu gewichten in der juristischen Bewertung.
Kurzum: Bitte keine rege Diskussion, wenn es zu einer regen Diskussion kommen könnte.
Na ja, dann stell ich halt – wie viele andere – mal vorsorglich alles auf Moderation. Ganz toll für die Kommunikation, ganz großes Interaktiv-Kino. Aber – so unter uns – es soll schon Abmahnanwälte gegeben haben (Obacht! Hörensagen!), die sich selbst Grußkarten geschickt und sich dadurch belästigt gefühlt haben. Aber das sind sicher Ammenmärchen. Daher kommt auch keiner auf den Gedanken, ab jetzt munter beleidigende anonyme Kommentare zu schreiben und dann abzumahnen. Wer kommt denn auch auf sowas?


Da ja jetzt eh alles kommentiert wird
Also,
wir wissen:
Bundestrojaner
Überwachungsstaat
…
…
Das mag alles in unseren Ohren klingeln wie Heuschrecken
Aber was vergessen wir dabei ?
WIR SIND DER STAAT! Nur die wenigsten wissen, dass wir diese Macht haben bzw. sie auch nutzen können.
Wofür haben wir den ein Verfassungsgericht ?
Wir sollten nicht alles akzeptieren, das uns vorgesetzt wird aber auch alles von einer gewissen gesunden Distanz betrachten!
Manchmal sollte einfach nicht vergessen werden, dass die Menschen, die solche Entscheidungen treffen keine Ahnung haben worüber sie entscheiden und man ihnen doch helfen sollte
*gg*
Dann teste ich mal die Härte deiner Kommentarmoderation:
Wer das liest ist doof!
(Hoffentlich fühlt sich jetzt niemand auf den Schlips getreten.
)
na, wer die “wer-das-verlinkt-ist-doof“-Sache hier überstanden hat, wird sich davon nicht schocken lassen
Meines Erachtens ergibt sich im Hinblick auf eine potentielle “Moderationspflicht” aus Sicht jedes Bloggers grundsätzlich noch ein ganz anderes, sehr viel größeres Problem:
Wenn ich als Blog-Betreiber im Rahmen der Moderation einen Kommentar freigebe, habe ich da nicht “positive Kenntnis” vom Inhalt des Kommentars? Und würde somit im Ernstfall voll haften?
Von der Schwierigkeit, juristisch problematische Kommentare von “normalen” Kommentaren zuverlässig zu unterscheiden, will ich da erst gar nicht reden – an dem Punkt dürften auch Anwälte ins Trudeln kommen…