Beteiligung an einer Schlägerei
Feb 4th, 2008 | By Alexander | Category: Netzwelt, Wirtschaft… und was das mit Google und Microsoft zu tun hat
Wenn zwei muskelbepackte Schwergerichte sich an einer Schlägerei beteiligt haben (§ 231 StGB, ich kann es einfach nicht ohne Paragraphenhinweis…) und dann vor Gericht stehen, dann sehen die Einlassungen der Anwälte gerne in etwa so aus:
Mein Mandant ist ein so unglaublich friedfertiger Mensch, er pflegt als Hobby Näh- und Bastelarbeiten und hat ein Meerschweinchen und einen Chinchilla als Haustiere. Er wurde in Friedens-stiftender Absicht in das Handgemenge unfreiwillig verwickelt.
Oder:
Mein Mandant fühlte sich durch die verbalen Angriffe des schmächtigen 1,60 großen Gegenübers bedroht. Verunsichert versuchte er sich dem zu entziehen und muss wohl in einer reflexartigen Abwehrbewegung jemanden verletzt haben.
Oder auch:
Mein Mandant kann ein Gutachten vorlegen aus dem hervorgeht, dass er aufgrund massiver Rückenprobleme eigentlich nicht einmal aus Glasgläsern trinken kann, da ihm die zu schwer sind und Schmerzen bereiten. Eine Verletzung dieser Schwere herbeizuführen oder gar der Vorwurf sich aktiv beteiligt zu haben ist quasi eine Farce.
Kommt einem irgendwie bekannt vor, mir jedenfalls? Klingt für mich gerade nämlich ziemlich genauso wie die offen geführte Diskussion zwischen Microsoft und Google, die gerade Stimmung machen ob eine Fusion Microsofts und Yahoo! (ich berichtete) nicht eigentlich kartellrechtlich bedenklich sei. Nur lacht keiner …
Beispiele?
Online-Veröffentlichung von Google-Topjurist David Drummond. “Microsofts feindliches Übernahmeangebot wirft beunruhigende Fragen auf.” Es handele sich nicht nur um eine finanzielle Transaktion, sondern darum, die Grundsätze des Internets zu erhalten: Offenheit und Innovation. Quelle: SPON
Sagt Google!
Der geplante Zusammenschluss von Microsoft und Yahoo werde für mehr Konkurrenz im Internet sorgen, betonte Microsofts Brad Smith. Vor allem in den Bereichen Werbung und Suche werde so eine starke Nummer Zwei hinter Google entstehen. Microsoft habe sich stets der Offenheit und Innovation verschrieben – und auch dem Schutz der Privatsphäre, fügte Smith mit einem Seitenhieb auf Google hinzu. Quelle: netzwelt
Sagt Microsoft!
Und es lacht immer noch keiner?


