Ein Baum gefällt
Jun 6th, 2008 | By Alexander | Category: Allgemein
Mir ist mal wieder lyrisch – aber keine Sorgen um mich, keine suizidale Tendenzen, keine Metabotschaften, keine Anspielungen – einfach nur Lyrik um der Lyrik Willen.
Hier stand ein Baum, hoch und erhaben
seine Äste dem Weg einen Blickfang gaben.
Zu Fall gebracht, zerlegt in kleine Stücke
sein Selbst jetzt nur noch Ster vor einer Hütte.
Herausgerissen auch die großen Wurzeln tief der Erde
damit sich niemand darüber beschwere.
Der Platz wo er stand, geharkt und begrünt,
wo der Baum einst stand, bald Blumen und Wiese blühn.
Vergessen wird bald, was einst so stolz hier stand,
die Zeit wieder einmal gegen das Sein gewann.
Doch wenn auch das Auge bald sieht auf diesem Platz
was es auch einst sah, vor des Baumes Satz,
so wird das Sehbare wohl verschwunden sein
doch Sehbares definiert uns nicht allein.
Denn dort wo die Wurzeln dem Erdreichs Stoffe einst entzogen
sind diese nun selbst in ihrem Sterben mit der Erde verwoben.


