Prozeßeröffnung im Fall Nikolaus

Dez 7th, 2008 | By | Category: Essentials, Kultur, Medien

Spektakulärer Auftakt im Strafprozeß gegen Nikolaus von Myra, aka “Nikolaus” und in anderen Ländern einschlägig bekannt als Sveti Nikolaj (Slowenien), Sveti Nikola (Kroatien und Serbien), Sint Nicolaas oder Sinterklaas (Niederlande und Flandern), ŚwiÄty Mikołaj (Polen), Nikolo (Österreich), São Nicolau (Portugal und Brasilien), Samichlaus/Santiglaus (Schweiz) oder Zinniklos/Kleeschen (Luxemburg), Saint Nicholas (England und Irland), Saint Nicolas (Frankreich), Noel Baba (Türkei), Santa Claus (Nordamerika), Άγιος Νικόλαος / Ájos Nikólaos (Griechenland), Святой Николай / Sviatoi Nikolai (Russland), Mickolas (Ungarn).

Die deutsche Staatsanwaltschaft legt dem Angeschuldigten nach umfangreichen Online-Ermittlungen zur Last Minderjährige systhematisch ausspioniert und die so gewonnenen Erkenntnisse veröffentlicht zu haben, körperliche Gewalt mit möglichen Folgen für die Gesundheit auszuüben angedroht und so zu einer nicht freiwilligen Handlung genötigt bzw. den Versuch dazu begangen zu haben. Der Staatsanwaltschaft liegen insoweit 283.032.234.111 dokumentierte Fälle vor, die Dunkelziffer dürfte noch weit höher sein. Im Wesentlichen stützt sich die Staatsanwaltschaft auf die Aussagen des Kronzeugen Knecht “Krampus” Rupprecht, der ein umfangreiches Geständnis ablegte und aufgrund seiner schonungslosen Aufdeckung Strafmilderung erhofft – ein Zeugenschutzprogramm wird angeordnet.

Der Verteidiger von “Santa” Klaus, Gabriel R. Zengel, spricht in dem Zusammenhang von einer fast beispiellosen Kampagne gegen seinen Mandanten, konnte aber auf die Frage nach der Herkunft der freizügig verteilten Geschenke auch keine schlüssigen Auskünfte geben. “Auch zu diesem Punkt”, so die Staatsanwaltschaft, “sei noch gesondert ein Ermittlungserfahren im Gange” und bat um Verständnis, hier daher noch keine Aussagen in einem laufenden Verfahren machen zu können.

Noch ungeklärt die Rolle der oft im direkten Umfeld des Nikolaus gesehenen jungen Frau, die Insidern als “Glöckchen” bekannt ist. Eine große Boulevardzeitung kündigte zu Wochenbeginn ein Exklusivinterview an “Glöckchen packt aus! Santas (Deck)Mantel wird gelüftet!”. Die Staatsanwaltschaft hielt sich noch bedeckt, will aber nicht ausschließen, dass hier wegen Beihilfe noch ermittelt wird.

‘Santa K.’ ist zu keiner Stellungnahme bereit: “Kein Kommentar!”, heißt es lapidar.

Vor dem Gerichtsgebäude musste die Polizei mit massiven Einsatz für Ordnung sorgen. Santa-Aktivisten lieferten sich massive verbale Scharmützel mit Santa-Gegnern, die mit “Santa – du Schwein!”- und “Santa go Home!”-Plakaten die Stimmung hochkochten. Eine autonome Gruppe, die sich selbst als “Die Elfen” bezeichnet, auf Nachfrage aber nichts mit Fußball zu tun haben wollen, versuchte sich gewaltsam Zutritt zum Gerichtsgebäude zu verschaffen, wurde aber von einer Sondereinheit gestoppt. Es gelang ihnen jedoch eine Nachricht an der Gebäudewand zu hinterlassen “Freiheit für alle Weihnachtsmänner und Sympatisanten! Peace on earth!”. Gabriel R. Zengel betonte auf Nachfrage ausdrücklich, dass “dieser verwirrte Haufen hinter jedem herlaufe, der einen roten Rockzipfel trage”.

Es ist nicht zu erwarten, dass der Richter Untersuchungshaft anordnet, aufgrund der strengen Meldeauflagen wird aber kaum zu erwarten sein, dass der Angeschuldigte seinen nach wie vor frenetischen Anhängern dieses Jahr weiter zur Verfügung stehen wird. “Der wirtschaftliche Schaden, den diese absurde Anklage auslöst, ist kaum zu beziffern”, sagte ein sichtlich um Fassung bemühter Gabriel R. Zengel, “die Bundesrepublik kann sich schon mal auf einen saftigen Schadensersatzprozeß einstellen, der in die Trilliarden gehen dürfte – allein der Vermarktungsschaden für die nächsten 2.000 Jahre dürfte enorm sein. In seiner nun gut 6.000 jährigen Praxis als Anwalt sei ihm so ein Verhalten der Justiz noch nicht vorgekommen.”

Auch Tierschützer meldeten sich am Rande des Prozesses zu Wort und forderten eine schonungslose Aufdeckung der Haltung von Rentieren bei Santa K.. Aktivisten von Greenpeace umkreisen nach vorliegenden Informationen seit Tagen den Nordpol mit Skiern und fordern mit Lautsprechern die Freilassung aller Rentiere und Zwerge. Der Pressesprecher der Santa Claus Nordpol AG gab sich schockiert und rang mit den Tränen: “Mag die Namensähnlichkeit und vielleicht sogar der Tätigkeitsbereich ein ähnlicher sein, aber wir versichern, dass unsere Rentierhaltung allen Standards genügt – unsere Qualitätsmarke ‘Santa Claus’ habe durch den unsäglichen Prozeß gegen Nikolaus aka Santa Klaus schon genug Schaden genommen.”

Der Prozeßausgang ist völlig offen. Vertreter der Wirtschaft meldeten bereits aber jetzt große Bedenken, ob die Prozeßeröffnung so kurz vor dem Weihnachtsgeschäft ein guter Zeitpunkt für die Binnenkonjunktur war. Namhafte Wirtschaftsunternehmen wie Kwälle und Car-Stadt kündigten bereits an, auf den Einsatz von Nikolaus-Derivaten zu verzichten.

(ale)

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Ich glaub, das war's.