Politische Kommunikation zur Hessenwahl
Jan 19th, 2009 | By Alexander Endl | Category: kommunikation
Dem Vorwurf an die Politik, sich in Wahlkämpfen zunehmend weg von politischen Positionen und hin zur Wahlkampfstrategie zu bewegen, wurde auch in der wiederholten Hessen-Wahl 2009 wieder viel Nahrung zugeführt. Die hier gezeigten Bild-Beispiele der CDU sind dabei mehr exemplarisch als politisch tendentiös zu verstehen, wenngleich sie einige Dinge gut belegen.
Die Betonung, dass man erst jetzt, in Zeiten der Rezessions-Angst, um jeden Arbeitsplatz kämpft, ist kommunikativ mindestens unglücklich formuliert – aber das mag im Auge des Betrachters liegen. Die Option der Briefwahl anzupreisen, nur um den politischen Gegner an einem aktuell gar nicht mehr zur Debatte stehenden (und im Übrigen ja auch vorher nie vollzogenen) Wortbruch zu hindern, ist reiner Populismus.
Dass dies politisch beidseitig vollzogen wird (auch die SPD bemühte sich ja – vergeblich – auf den polarisierenden Gegner Koch zu fokussieren), macht die zur Schau getragene politische Kommunikationsstrategie ja nicht besser.
Ein Fazit aus dem Hessen-Wahlkampf: Sachthemen dienen in der Außenkommunikation mehr denn je nur noch als Randaspekte, ausgewählt nach strategischen Gesichtspunkten. Fast belanglos – im Hinblick auf den Wahlausgang – muten da die statistisch erhobenen Umfragen nach den jeweiligen Kompetenzen an.
Mag die Kommunikation ein Abbild der Erkenntnis sein, dass man über Sachthemen keine Wahl mehr gewinnt, so ist die Folge daraus gerade für die so genannten großen Parteien (dazu SPON: Im Herbst der Volksparteien?) bitter. Denn vor lauter Populismus und Polarisierung erheben sich kleinere Parteien wie die FDP mit 16%, die man eigentlich als Neoliberale als einen Verlierer aufgrund der wirtschaftlichen Rezession hätte vermuten können. Vielleicht also gerade ein Beleg dessen, dass der Wähler nicht mehr nach Inhalten wählt.




