Googles PageRank-Abstrafung – Ist Ihre Seite betroffen?
Jan 21st, 2009 | By Alexander Endl | Category: Leitartikel, Netzwelt, Verbraucher
Viele Firmen geben viel Geld aus um im Internet gefunden zu werden. Gefunden werden, bedeutet das Internet-Geschäft mitzunehmen, gefunden werden heißt “Google”.
Welchen Faktor der PageRank genau einnimmt, darüber streiten sich die Geister ebenso wie über die Frage, ob es einen offiziellen und einen inoffiziellen PageRank gibt, der eine für das Ego, der andere für das echte Suchmaschinenranking. Fakt ist aber, dass Leute, die viel Geld ausgeben, Ergebnisse sehen wollen – und zu sehen ist der PageRank in der handelsüblichen Google Toolbar.
Wo viel Geld im Spiel ist, wie im eCommerce, ist man einfaltsreich, was die Mittel angeht um weit nach oben bei den Suchtreffern zu kommen – dabei geht man auch weit in den grauen Zonen hinein. Dass Google solche Vorstöße in den Graubereiche sanktioniert ist ein offenes Geheimnis – BMW durfte hier die Muskeln einst schon mit kurzzeitiger Verbannung aus dem Index (und entsprechend schlechter Laune und viel Medienrummel) schon zu spüren bekommen. Was grau ist, das bestimmt Google. Linkverkäufe und bezahlte Rezensionen gehören wohl dazu, nimmt man an.
Wer nun tatsächlich bereits betroffen ist, das wurde meist nur spekuliert. Und ob eine PageRank-Abwertung eine schlichte Korrektur kraft Faktischen ist oder Google etwas nicht gefiel, blieb in der Vorstellungskraft des Betreibers. Es gab schließlich keine “blauen Briefe”, weder mit Hinweis noch mit Lösungswegen. Wollte man hier zurück zum Pfad der Tugend (und dem alten PageRank), blieb nur ein Bittbrief und tätige Reue – ob es nützte, konnte man nur Monat für Monat prüfen, Antworten gab es keine.
Nun könnte Licht in die Sache kommen, wer eine solche “Spezialbehandlung” durch Google tatsächlich zu Teil wurde: Laut der These von »Prometeo – Stephan Walchers SEO & Webtechnologie Blog« kann man nun eine “PageRank Abstrafung rausfinden” dank der “Hyves Subdomain”.
Dazu muss man einfach die zu überprüfende Domain bei einem beliebigen PageRank-Checker eingeben, wie bspw. hier DataCenter PageRank-Check und vor der eigenen Domain die subdomain “hyves” voranstellen, also bspw. hyves.zielpublikum.de – das Ergebnis gibt dem Artikel zu Folge drei Stati an: 0=Höchststrafe (aus Index entfernt), 4=Abstrafung (manuelles Reduzierung des PR) und 7=OK (normale PR-Wertung). Die Werte 0, 4 oder 7 geben also nicht den tatsächlichen Wert wieder, sondern deren Status.
Nach eigenem Test von Domains, bei denen eine Abstrafung nahe lag, im Vergleich mit anderen bekannten Domains, die man für “normal” achtete, lag die Trefferquote bei 100%. Alles vermeintlich abgestraften Websites zierte die “4″, ein Beleg für die Richtigkeit der Aussage von Prometeos Artikel.
Ob dieses Risiko einer Abstrafung besteht und welche Auswirkungen es hat, kann pauschal nicht beantwortet werden. Websites mit klaren Zielgruppen sind auf “Laufkundschaft” aus den Suchmaschinen gar nicht so angewiesen wie bspw. Angebote, die auf regen Neu-Publikums-Zulauf angewiesen sind. Und dass eine PageRank-Abstrafung zwingend eine Verschlechterung des Suchmaschinen-Rankings bedeutet, kann auch nicht belegt werden, das werden viele bestätigen. Ein niedriger PageRank ist aber in manchen Vermarktungsmodellen eindeutig ein wertbildender Faktor, manchmal sogar ein Zugangshindernis.
Dank der hyves-Subdomain-Abfrage kann aber nun wenigstens jeder feststellen, ob eine Abstrafung erfolgt ist – eine Botschaft, die manchen SEO sicher schlechte Nächte bereiten könnte, wenn er vom Auftraggeber zum Rapport gebeten werden sollte, warum nach der (teuren) Suchmaschinen-Optimierung nun eine Verschlechterung erfolgt ist oder warum man statt dem versprochenen Top-Ranking unter den ersten Plätzen für den Suchbegriff man nun gar nicht mehr gefunden wird.
Optimierung im Bereich Suchmaschinen-Erfassbarkeit sind daher mit Vorsicht zu genießen – eine seriöse Agentur ist sicher eher darauf bedacht die Inhalte sauber aufzubereiten und alle seriösen Mittel auszuschöpfen statt Versprechungen für Top-Platzierungen abzugeben. Zugleich sollte man das Feld für Vermarktung und Link-Kooperationen nicht in vorauseilendem Gehorsam aus Angst vor Suchmaschinen räumen: Nicht jede Abstrafung führt zu einem schlechteren Ranking und nicht jede Website ist auf Suchmaschinen-Treffer angewiesen oder können diese vernünftig verarbeiten. Die Entscheidung liegt am Ende an der individuellen Situation.
Update: Die hyves-Abfrage ist zwischenzeitlich nicht mehr möglich.


