UMTS-Handy als Modem nutzen

Mrz 6th, 2009 | By | Category: Top-Themen, Verbraucher

Bildzitat Nokia-SoftwareAusgangssituation: Man hat ein UMTS-Handy und ein Notebook, beide Bluetooth-fähig, und bräuchte dringend Netzzugang.

Mit der Nokia PC Suite 7.1 ist das nach eigenem Test (soweit am Rechner installiert und das Handy via Bluetooth verbunden) tatsächlich kein Problem mehr. Netzanbieter auswählen und die Verbindung wird sofort hergestellt. Das hatte ich anders in Erinnerung, klappt jetzt aber wie von Zauberhand plötzlich problemlos.

Was man bei dieser Art der Verbindung aber nicht außer Acht lassen sollte: Das Notebook ist im Zweifel auf volle Bandbreite ausgelegt. Surft man via Handy noch üblicherweise mit geringen Datenaufkommen, so liegt das daran, dass die meisten Handys auf das Surfen speziell angepasst sind. Der E-Mail-Client im Handy lädt bspw. erst die Kopfzeilen der Mail, dann auf Nachfrage die Mail als solche und zu guter Letzt auf gesonderte Anfrage die Anlagen.

Auch im Internet bewegen sich die Handy-Browser angepasst im Netz, entweder der System-eigene Browser oder ein installierter Opera Mini nutzen bevorzugt die speziellen “Mobil”-Varianten der Websites (soweit vorhanden, wie bspw. mobil.kicker.de, Spiegel Online bietet sogar eine Handy-spezifische Aufbereitung), oder rechnen im Handy-Browser die Website auf ein gerechtes Format herunter (bspw. als Nur-Text-Version oder ohne automatische Grafik-Anzeige).

Einige Mobilfunkanbieter bieten sogar eine Sonder-Lösung an, wie O2 den O2 Speed Optimizer

Der getestete Speed Optimizer von O2 konnte in der Praxis auf ganzer Linie überzeugen. Dabei begeisterte weniger der gewonnene Geschwindigkeitsvorteil, sondern vielmehr das reduzierte Datenvolumen, das die Mobilfunkrechnung senkt. Vor allem Anwender, die viel im Ausland unterwegs sind, sollten deshalb auf den Einsatz eines solchen Tools nicht verzichten.
Beim mobilen Surfen 80 Prozent sparen

Warum man überhaupt sich darüber Gedanken machen muss? Volumen-basierte Tarife, wie bei Simyo als Beispiel, lesen sich mit aktuell 24 Cent pro MB ja moderat, summieren sich aber bei normaler Internet- und E-Mail-Nutzung, wie dies über das Notebook geschieht, rasend schnell. Eine schlecht optimierte private Website mit zu großen Bildern lässt da schnell einige MB durchrauschen, startet dann ein Hintergrunddienst mit Auto-Update noch (was bei Notebooks durchaus üblich ist), sind einige 10 bis 100 MB keine Seltenheit.

Wen auch das vermeindlich noch nicht stört, weil er auf eine Daten-Flatrate vertraut, der sollte sich noch zwei Dinge vergegenwärtigen: Zum einen leidet aktuell noch die Performance aller anderen unter Massiv-Nutzern, da das Netzsystem jetzt schon unter UMTS ächzt und stöhnt, was nach Informationen von Technik-affinen im privaten Umfeld u.a. auch darauf zurückzuführen sein könnte, dass ein UMTS Handy auch Gespräche (Voice) per UMTS überträgt, was aber gar nicht notwendig wäre. Was aber vielleicht noch gravierender ist: Einige Handy-Veträge lassen diese Art von Nutzung des Handys als Modem gar nicht zu, wie im Beitrag “Tetheringan|di|ary am Beispiel der “iPhone-Tarifen der T-Mobile AG” dargelegt ist.

Tethering (von englisch to tether = anbinden) ist die Verbindung eines nicht-mobilen Geräts (z. B. Desktop-Computer, Notebook-Computer, Laptop-Computer) mit einem mobilen Gerät (z. B. Handy, PDA), damit das nicht-mobile “gefesselte” Gerät einen drahtlosen Internet-Zugang durch das mobile Gerät erhält.
Quelle: Wikipedia

Wer Tethering nutzen darf, dem kann folgendes empfohlen werden. Keine unkontrollierte Verbindung offen lassen um Auto-Updates frühzeitig zu erkennen und abbrechen zu können, die Auto-Update-Funktion von bspw. Windows zeitweise deaktivieren, einen Browser wählen, der Werbung und Grafiken blockieren kann (ggf. via Plugin) und im E-Mail-Programm die Übermittlungseinstellung ändern. In Microsoft Outlook geht das bspw. über “Extras > Senden/Empfangen > Übermittlungseinstellungen > Senden-Empfangen-Gruppen-definieren” (Shortcut: Strg+Alt+S). Dann “Alle Konten > Bearbeiten > Option: Nur Kopfzeilen herunterladen”. Mit dieser Einstellung (individuell abweichende Konfigurationen ausgenommen) werden nur der Absender und der Titel der E-Mail geladen, mehr nur auf besonderen Wunsch. So sieht man, welche Mails noch ausstehen und kann größere Mails auf später verschieben und Spams aussortieren.

Mag sein, dass dies alles in naher Zukunft bereits ähnlich unnötig sein wird aufgrund verbesserter Abdeckung und niedriger Flatrate-Tarife, heute sollte man bei der Nutzung von Internet via Handy noch genau hinsehen. Und wer es dennoch drauf ankommen lässt, wird vielleicht mit einer unfreiwilligen Drosselung wegen Vielnutzung Bekanntschaft machen – trotz beworbener “Flatrate”:

Wie angekündigt drosselt der Mobilfunkbetreiber nun aktiv die Geschwindigkeit, sollte der mit einem Complete-Vertrag genutzte Traffic das Monatsvolumen überschreiten.

Bisher war die angedrohte Drosselung der Geschwindigkeit nur eine Fußnote in Complete M, L oder XL-Verträgen. Wie mehrere Nutzer berichten, scheint T-Mobile jetzt aktiv Gebrauch von der Regelung zu machen: Wer das Datenvolumen von 300 Megabyte, einem oder fünf Gigabyte überschreitet, ist ab diesem Moment nur noch mit GPRS-Geschwindigkeit unterwegs. Auf dem iPhone selber sind die mäßigen Geschwindigkeiten von 64Kbps Download und 16Kbps Upload zwar noch erträglich, wer seinen Vertrag jedoch noch mit einem Notebook nutzt, dürfte den Unterschied schmerzlich spüren.

Quelle: T-Mobile drosselt 3G-Geschwindigkeit | apfeltalk.de

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Ich glaub, das war's.