Sicherheitsideen für die Zukunft – Mercedes experimentiert

Jun 21st, 2009 | By Alexander Endl | Category: Top-Themen, Verbraucher

Als Verbaucher im Segment Automobilindustrie rieb man sich lange die Augen, was einem da an Innovationen angedreht werden sollte, von mitlenkenden Lichtern und selbstständigen Scheibenwischern erfuhr man, die Einparkhilfe schien die Errungenschaft des Jahrzehnts zu sein. Dagegen schien in punkto aktive und passive Sicherheit nicht viel zu passieren – oder man legte in der Werbung und Kommunikation keinen gesteigerten Wert darauf, gleiches galt im Übrigen für Umweltthemen, nur so ist zu erklären, warum man noch so viele eigentlich “junge deutsche Autos” mit gelben Umweltplaketten sehen muss. Schneller, breiter, luxuriöser – das kam an, statt “sicherer, umweltbewusster, wirtschaftlich vernünftig”, was man in Anbetracht der Wirtschaftslage, der Umweltsituation und des Verkehrsinfarkts in Großstädten erwarten hätte können.

Jetzt hat Mercedes wohl zumindest sich in punkto Sicherheit alter Tugenden erinnert und stellt nach 1974 (!!) erstmals wieder ein Experimental-Sicherheits-Fahrzeug vor.

Von aufblasbaren Metallstrukturen über LED-Spotlight bis hin zum Unterboden-Brems-Airbag: Erstmals seit 35 Jahren hat Mercedes-Benz wieder ein Sicherheits-Experimental-Fahrzeug auf die Räder gestellt, das über ein Dutzend Ideen vorstellt, die zukünftig Leben retten könnten.

[...]

ESF steht für Experimental-Sicherheits-Fahrzeug – die angenehm nicht-englische Abkürzung stammt noch aus den frühen 1970er-Jahren, als die Stuttgarter rund 35 dieser Modelle aufbauten. Nur vier davon wurden der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie ebneten den Weg für eine Vielzahl von Innovationen, die zum Teil erst Jahre später in Serie gebaut werden konnten. Dazu gehören ABS, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, Airbag und Seitenaufprallschutz, aber auch vermeintlich weniger wichtige Dinge wie Scheinwerfer-Waschanlage, Leuchtweitenverstellung, Glühlampen-Ausfallkontrolle oder eine sichere Tanklage.

via Mercedes ESF 2009: Ein Dutzend Sicherheitsideen für die Zukunft [Autokiste].

Vielleicht – denn die Hoffnung stirbt ja zuletzt – haben oben beschriebene Rahmenbedingungen (von Umwelt bis Wirtschaft) ja insoweit doch noch was Gutes: Man steckt seine innovative Kraft endlich mal wieder in die Dinge, die wirklich wichtig sind, statt das Rad des Konsumwahnsinns durch immer neuen unnötigen Schnickschnack immer weiter zu drehen.

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Ich glaub, das war's.