Vorsicht bei Recherchen nach Domainnamen für Kunden
Aug 17th, 2009 | By Alexander Endl | Category: Netzwelt, WirtschaftAuch wenn die in Auftrag gegebene Studie derzeit keine Beweise für die Existenz des so genannten “Front Running” ergeben hat, bedeutet das ja nicht, dass nicht eine gewisse Vorsicht geboten wäre, wenn man für Kunden nach geeigneten (und freien) Domainnamen recherchiert.
Das Phänomen ist altbekannt, die Masche neu: beim so genannten “Front Running” handelt es sich um eine Art Insider-Handel im Domain-Business, der ähnlich wie Domain-Tasting funktioniert. Beim Domain-Tasting werden Domain-Namen für wenige Tage registriert und mit Parkingseiten verlinkt. Erweisen sie sich als profitabel, behält der Inhaber die Domains; sind sie dagegen unattraktiv, stößt er sie ab, bevor Gebühren für die Domain-Registrierung fällig werden. Beim Front Running sucht jedoch nicht ein Domainer oder der Registrar die Testdomains aus, sondern unbewusst der Kunde: so hat sich beispielsweise der Registrar Network Solutions (NSI), einer der fünf weltweit größten Domain-Registrare, jene Domains gesichert, nach denen die Kunden über die registrareigene Domain-Suche gesucht, sie jedoch nicht sofort registriert haben. Damit konnte der Kunde die Domain zumindest vorübergehend nur über NSI registrieren, jeder andere Registrar listete die Domain als vergeben
viadomain-recht.de – News: ICANN – kein Beweis für Front Running gefunden.
Wer also diskret für Kunden sucht/suchen muss, sollte sich gut überlegen, ob er dies bei jedem x-beliebigen Provider tut. Denn auch wenn es noch so bequem sein sollte (Motto: Ein Klick und man sieht alle verfügbaren TLDs), könnte es dann zu einer geradezu wundersamen Blitzregistrierung kommen. Unschön, gerade wenn es größere Kunden und größere Projekte sind …


