Google-Nutzung im Überblick – Einblicke mit Google Dashboard
Nov 5th, 2009 | By Alexander Endl | Category: Netzwelt
Googles Aktivitäten werden vielleicht noch stärker als einst bei Microsofts steilen Aufstieg im ausgehenden letzten Jahrhundert mit einer divergenten und kontroversen Mischung aus Faszination und Bedenken wahrgenommen. Unbestritten ist Google einer der globalen Trendsetter für alles was online derzeit passiert – und wenn man es nicht erfunden hat, dann erwägt man den Einstieg – doch so viel Datenfülle in einer Hand macht Sorgen.
Bedenkenträger wurden zumeist mit eher jovialen Erklärungen abgespeist, wie es einst auch die honorigen EU-Datenschützer erleben durften:
Die Antwort (PDF) Googles soll wohl wie gewohnt fast kumpelhaft vermitteln, dass Google ein “gutes” Unternehmen ist. Doch was die Antworten auf die konkreten Fragen angeht, so muss man das Schreiben als Farce bezeichnen.
Quelle: intern.de (via)
Nun launcht Google wieder einen neuen Dienst, der - man mag es kaum glauben - die Bedenken ganz offiziell ernst nimmt und nur diesen Zwecken dienen soll: Transparenz zu schaffen.
“Wir haben das Dashboard erstellt, um Ihnen Antworten auf die Frage bereitzustellen, welche Informationen Google über Sie sammelt.
Wir konzentrieren uns auf Daten aus Google-Konten, da diese Daten mit Ihnen persönlich verknüpft sind. Daher möchten wir, dass Sie so viel Kontrolle und Zugriff wie möglich in Bezug auf diese Daten haben.”
Quelle: www.google.com/support/
Google hat dazu eigens ein Video bereitgestellt:
Transparenz ist sicher ein Schritt in die richtige, die Kritiker weisen aber berechtigt darauf hin, dass diese Dashboard-Übersicht zwar nett ist, aber nur den berühmten Gipfel des Daten-Eisbergs abbildet:
Es ist jedoch unbestritten, dass die weitaus größere Menge an Daten fernab des offiziellen Kontos gesammelt wird: IP-Adresse, Browsertyp, Browsersprache, Datum und Uhrzeit der Anfragen. Dazu die diversen Cookies, die Google während der Suchsitzungen auf unsere Rechner schmuggelt – sie bleiben ebenfalls unentdeckt: “Da das Dashboard Daten aus Ihrem Google-Konto anzeigt, sind Cookie-Informationen entsprechend nicht einsehbar.” Das ist aber auch schnurz, allein mittels der über die Zeit gesammelten Informationen kann sich Google anhand der Nutzerprotokolle ein ganz eigenes Bild von uns machen. Behavioral Targeting ist das Stichwort, oder “Interessenbasierte Werbung”, wie Google es selbst nennt.
Quelle: Google transparent(er): Endlich ein persönliches Dashboard
Die großen Erkenntnisse, die über das Google Dashboard gewonnen werden können, werden sich also in Grenzen halten, eine sinnvolle Übersicht ist es aber allemal und ein Standard-Bookmark für regelmäßige Google-Nutzer werden.

