Das neue “Twitter” heißt Blippy und zeigt Kreditkarten-Abrechnungen
Jan 28th, 2010 | By Alexander Endl | Category: Top-Themen, VerbraucherStatt die Social Community mit Details über morgendliche Flatulenzen zu informieren konzentriert sich der Dienst “Blippy” auf das, worauf es wirklich ankommt: Konsum
Was Menschen dazu bewegt einem Dienst wie Blippy ihre Kreditkarteninformationen oder Zugangsdaten zu Onlineshops wie Amazon oder iTunes anzuvertrauen, damit die – vollkommen gewollt – die entsprechenden Informationen der Welt veröffentlichen.
Blippy is a fun and easy way to see and discuss the things people are buying.
Ich kaufe, also bin ich. Letztendlich ist Blippy insoweit nur eine konsequente Fortsetzung des Gedankens, dass man sich über sein Konsumverhalten definiert. Wo gehe ich Essen, was ziehe ich an, spende ich und wie viel, gehe ich zum Tennis, kaufe ich die neuesten coolen Apps? Und vor allem: Was kann ich mir alles tolles leisten!
Andere Blogger fragen sich dagegen, worin denn bitte der Reiz liegen soll, seine gesamten Rechnungen von Internetusern kommentieren zu lassen. Philip Kaplan, einer der Macher von Blippy, erklärte in einem CNN-Interview, das Portal solle dabei helfen, Preise zu vergleichen und Schnäppchen zu finden. Dummerweise geht das aber auch schnell nach hinten los, andere User vermiesen einem dann nämlich den letzten Einkauf. Eine Jeans für 85 Euro? Viel zu teuer, da wurdest du wohl abgezockt. (taz.de)
Datenschützer reiben sich die Augen, doch offenbar ist der Weg zur totalen Öffentlichkeit erst ganz am Anfang. Und um sich dabei noch im besten Licht zu sonnen empfehlen die Schöpfer, doch einfach mehrere Kreditkarten zu nutzen und nur die, die man zeigen will, auch über blippy laufen zu lassen.
Und gewissermaßen passt dies auch ins Bild des modernen Social Web-Menschen: Es geht darum sich zu zeigen, aber natürlich nur von seiner besten Seite.
- Blippy: Andere in den Geldbeutel schauen lassen (golem.de)
- Seht, was ich gekauft habe! (taz.de)
- Gläserne Abrechnung (sueddeutsche.de)


