Moderne Technik: Externe Festplatte an LCD-Fernseher

Mrz 27th, 2011 | By | Category: Top-Themen, Verbraucher

Keine Frage, die Weihnachtsanschaffung, ein Sony BRAVIA KDL-40EX505, hat alle Erwartungen erfüllt und erfreut durchweg. Nun aber gilt nach der ersten Begeisterung über das schöne neue Ein- und Ausschalten auch weitere Funktionen zu erkunden, schließlich muss es ja auch einen Sinn haben, dass das “Ding” über fast mehr Anschlüsse verfügt als mancher PC. Eines davon: Der Anschluss einer externen Festplatte über USB.

Diese Zeilen werden geschrieben, weil es vielleicht nicht nur hier einem als Verbraucher so ergeht im alltäglichen Tec-Wahn, so dass es manchem ein Zuspruch ist. Zudem braucht man es auch um das alles mal nachzulesen, wenn es man mal wieder vergessen haben sollte, wie man zur Lösung kam.

Die Aufgabe gestaltet sich eigentlich einfach: Auf externe Festplatte ein Video in einem gängigen modernen Format speichern, anschließen, anschauen.

Versuch 1 (vor einigen Wochen) mit meiner alten Platte im externen Gehäuse: Nix. Keine Erkennung, gar keine Reaktion.

Egal, denkt man sich, ist wohl vielleicht ein zu altes Modell, man wollte sich eh eine neue größere und schnellere anschaffen. Gesagt, getan.

Versuch 2 (vor wenigen Wochen) mit neuer externen Festplatte: Nix. Ergebnis wie Versuch 1.

Heute nun endlich mal Zeit & Muße, dem ganzen auf den Grund zu gehen: Man recherchiert. Erstes Ergebnis: Dass nur SONY-Festplatten akzeptiert werden, ist eine Mär, wichtig aber ist, dass die Festplatte nicht in NTFS formatiert ist, sondern man braucht FAT32. Aha. Kann ja nicht so schwer sein, die alte Platte darf als Versuchsobjekt herhalten. Doch Halt! Wie formatiert man unter Windows7 eine Festplatte auf FAT32? Gar nicht. Genau. Das einzige was neben NTFS zur Verfügung steht ist exFAT, was aber im Prinzip FAT64 bedeutet und auch nicht geht. Also erstmal ein Tool im Internet suchen, die das kann. Ich überspringe das Schimpfen und Bangen, das Hoffen und Verzweifeln. Es gibt tatsächlich Tools, wie bspw. das Tool Fat32Formatter, das auch heute noch einer modernen Festplatte eine veraltete Formatierung verpasst, damit ein top-moderner TV sie lesen kann. Theoretisch zumindest.

Versuch 3: Anschluss einer FAT32-formatierte Festplatte. Hurray! Erkannt. Aber bis auf einige JPG wurden alle Video-Formate, die man zu Testzwecken aufgespielt hatte, entweder nicht angezeigt oder nicht gestartet, auch angeblich kompatible AVI-Dateien. Großes Fragezeichen.

Man versucht einen anderen Weg. Da man noch einen Testfilm (TV-Doku) im Format .m2ts auf der Platte hat, will man den überspielen – und scheitert. Warum? Nach reiflicher Recherche erfährt man: Die Datei ist zu groß. FAT32 erlaubt nur Dateien bis 4 GB, was für Videofilme in Top-Qualität heute eher ein Witz sind. Also doch die Konvertierung, doch in welches Format? AVI, das Format, auf das man setzte, hatte ja keinen Erfolg gehabt, diverse Versuche die m2ts-Datei zu splitten gestalteten sich als mühsam und unpraktikabel. Also doch weiter recherchieren und das vorhandene m2ts noch einmal in AVI umrechnen lassen, vielleicht lag es ja nur an der ersten Testdatei. Und so eine Umrechnung kann dauern …

Versuch 4: AVI wird erkannt, die Wiedergabe aber verweigert. Die Fehlermeldung ließ nicht wirklich auf die Lösung schließen.

Also Recherche weitermachen und man stößt auf Folgendes: AVIs werden zwar “im Prinzip” erkannt, aber nur bis zu einer maximalen Standardauflösungen von max. 720×576 Pixel, das entspricht in einem frei erhältlichen Konverter, wie den “Freemake Video Converter” der AVI-Option DVD-Quality bzw. TV-Quality.

Versuch 5: Thumbs Up! Das Video wird erkannt und wird abgespielt.

Fazit: Da moderne TV-Geräte auf detaillierte Bedienungsanleitungen weitgehend verzichten und die Kurzanleitungen sich zu solch exotischen Aufgabenstellungen wie “Wiedergabe von Videos über externe USB-Festplatten” nur maximal rudimentär und aufmunternd frei nach dem Motto “denkbar und möglich” äußern, ist der Konsument auf sich allein gestellt. Wie ein normaler Kunde allerdings auf diesen Lösungsweg kommen soll, selbst wenn er auf so manche wohlgemeinten Tipps im Internet stößt, ist ein Rätsel. Diese Mischung aus technischem “Downsizing” an einem modernen Gerät, der sich sonst zu Recht über sein Full HD rühmt, muss man wohl vergleichbar zum Automobil verstehen, in dem bei den verbauten Multimedia-Geräten man auch gerne 1-2 Generationen hinterher ist zum Stand der Technik, während vorne zwei intelligente Scheinwerfer schon computergesteuert die Kurven vorausschauend ausleuchten.
Das Problem ist auch: 1000 Konstellationen fordern 1000 individuelle Lösungen. Wahrscheinlich ist der oben beschriebene Weg auch ziemlich exklusiv, natürlich wie immer aber ohne Gewähr. Wenn es dem einen oder anderen aber auf die richtige Spur bringt, hat der Artikel schon seinen Sinn gehabt.

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Ich glaub, das war's.